20. Mai 2026
2.400 Euro statt Ehrenamt: Bedient sich der Lehrervorstand heimlich aus der Vereinskasse?
Wachsam bleiben: Warum wir dem Vorstand auf die Finger schauen müssen
Nachfragen lohnt sich – und dem Vorstand genau auf die Finger zu schauen, erst recht. Die jüngsten Entwicklungen in unserem Verein zeigen, wie wichtig eine aktive und kritische Mitgliedschaft ist, um das Vereinsvermögen zu schützen.
Ein Rückblick: Wie es früher lief
In der Vergangenheit gab es eine klare Trennung bei den Aufwandsentschädigungen:
- Pädagogische Vorstände: Erhielten monatlich 200 Euro.
- Elternvorstände: Konnten sich eine Ehrenamtspauschale von 70 Euro im Monat auszahlen lassen.
Der alte Vorstand nutzte diese Ehrenamtspauschale auf vorbildliche Weise, um besondere Projekte im Verein direkt zu fördern. Das Geld wurde ausgezahlt und anschließend für gezielte Zwecke zurückgespendet – sei es zur Unterstützung einer Familie beim Schulgeld, für wichtige IT-Investitionen oder für die Ausstattung des Chemiesaals.
Unsere Satzung ist eindeutig
Unsere Vereinssatzung lässt keinen Spielraum für Interpretationen: Das Vorstandsamt ist ein Ehrenamt. Über die gesetzliche Ehrenamtspauschale hinaus darf kein Geld an Vorstandsmitglieder fließen.
Dass dies der einzig richtige Weg ist, hat der alte Vorstand noch im Dezember 2025 rechtlich prüfen lassen. Die Konsequenz daraus war absolut korrekt: Die jährliche Sonderbehandlung von 2.400 Euro für pädagogische Vorstände wurde umgehend eingestellt.
Der neue Vorstand und die Suche nach Schlupflöchern
Umso bedenklicher ist das Verhalten des neuen Vorstands im laufenden Jahr. An gleich zwei Sitzungen beschäftigte sich das Gremium intensiv mit der Frage, über welche Umwege auch weiterhin Sonderzahlungen aus dem Vereinsvermögen an die pädagogischen Vorstände fließen könnten.
An die eigentlich notwendige Satzungsänderung hat sich der neue Vorstand bisher nicht herangetraut – wohl wissend, dass die Mitgliederbasis dem kaum zustimmen würde.
Erster Etappensieg: Unser hartnäckiges Nachfragen hat bereits Wirkung gezeigt. Aktuell verzichtet der gesamte Vorstand auf eine Auszahlung.
Leider geschieht dies nur unter Vorbehalt. Das erklärte Ziel bleibt es offenbar, weiterhin nach rechtlichen Schlupflöchern zu suchen.
Der aktuelle Plan: Der Umweg über den Arbeitsvertrag
Die neueste Idee des Vorstands: Den pädagogischen Vorständen sollen im Rahmen ihres normalen Arbeitsvertrags zwei zusätzliche Deputatsstunden gewährt werden. Über diesen verdeckten Umweg soll das Geld am Ende doch fließen.
Doch auch dieser Weg ist rechtlich extrem sauber zu betrachten: Es handelt sich um eine verdeckte Zuwendung, die nicht mit unserer Satzung konform und damit unzulässig ist.
Fazit: Keine Selbstbedienungsmentalität im Verein!
Wir müssen weiterhin wachsam bleiben. Ein Verein lebt vom ehrenamtlichen Engagement und dem verantwortungsvollen Umgang mit den Mitgliedsbeiträgen. Wir werden dem Vorstand auch in Zukunft genau auf die Finger schauen, um eine schleichende Selbstbedienungsmentalität im Keim zu ersticken.