
Sogar der eigene Anwalt pfeift den Vorstand zurück - aus dem Blog wird ein Newsletter
Nach mehreren Anwaltsschreiben – allein zwei am Dienstag – kam es endlich zum Termin mit dem Vorstand. Das Ergebnis?
Aus 60 angesetzten Minuten wurden 90. Die Ausbeute: Keine einzige beantwortete Frage aus dem Fragekatalog.
Statt Antworten gab es betroffenes Jammern: Der neue Vorstand fühlt sich im Blog „falsch dargestellt“. Man arbeite schließlich fleißig und mache ganz tolle Sachen, während der „böse Blog“ nur Unwahrheiten verbreite. Was genau falsch sein soll? Konkrete Beispiele gab es kaum. Die angebliche Wahrheit versteckt man lieber hinter Verschwiegenheitsklauseln, Datenschutz und Persönlichkeitsrechten.
Doch es kommt dreister: Der Vorstand kürzt den Fragenkatalog kurzerhand in Eigenregie. Was angeblich schon bekannt ist, wird ignoriert. Der Rest fällt unter „Datenschutz“. Von 109 Fragen bleiben mickrige 30 übrig. Das ist die viel beschworene „offene Kommunikation“ und die selbstauferlegte Transparenz dieses Vorstands in Reinkultur.
Besonders störend für die Führungsetage: dieser Blog. Das theoretisch selbst ein „Señor Juan aus Argentinien“ Einblick in unser Vereinsleben bekommt, gilt als Skandal. Der Blog müsse sofort offline. Solange er existiert, will der Vorstand die Mitgliedsrechte aussetzen und jegliche Antworten verweigern.
Falls Sie sich also fragen, warum gerade wieder Unterricht ausfällt und Vertretungen fehlen: Hier sehen Sie die Prioritäten des Vorstands. Statt die Fragen der Mitgliederversammlung einfach schriftlich mit dem Protokoll der Mitgliederversammlung zu beantworten, wählt man lieber die teure Eskalation.
Geschätzte 500 Euro Vereinsvermögen flossen bereits in Anwaltshonorare, um den Fragekatalog zu verzögern. Auch beim gestrigen Termin war ein Anwalt des Vorstands digital zugeschaltet. Neben den üblichen Drohungen eines Vereinsausschlusses gab es vor allem einen Wunsch: Den Blog mundtot machen.
Als Initiative Inside Waldorf Vaihingen wollen wir Schaden vom Verein abwenden. Wir legen den Finger bewusst in die Wunde, damit der Verein von innen heilt und seinen eigentlichen Vereinszweck erfüllen kann.
Deshalb haben wir den Antrag auf Herausgabe der Mitgliederliste inkl. E-Mail-Adressen eingereicht. Die Arbeit des Blogs wird künftig in einen Mitglieder-Newsletter umgewandelt – somit erreicht die Information garantiert nur noch Vereinsmitglieder.
Die erste Reaktion des Vorstands auf die Newsletter-Idee? Strikte Ablehnung! Der vom Vorstand eingeschaltete Anwalt musste seinen Mandanten - den Vorstand - darüber aufklären, dass dies eine rechtlich einwandfreie Lösung sein kann. Das Geld für den Anwalt war in diesem Fall ausnahmsweise gut angelegt – es hat den Vorstand vor der nächsten Fehlentscheidung bewahrt.
Der Vorstand hat nun 14 Tage Zeit, den Antrag umzusetzen. Sobald das erledigt ist, verschwindet dieser Blog und macht Platz für den regelmäßigen Mitglieder-Newsletter.