
Nach 161 Tagen Versteckspiel: Gibt es endlich Antworten?
Der neue Vorstand trat an mit großen Versprechungen: Mehr Kommunikation, mehr Transparenz, ein frischer Wind. Nach 161 Tagen ist klar: Diese Versprechungen waren eine reine Seifenblase – und sie ist spektakulär geplatzt.
Wer Transparenz verspricht, muss sich an Taten messen lassen. Doch statt Antworten erleben wir seit Monaten eine beispiellose Blockadehaltung.
Was bisher geschah: Die Chronologie des Ausweichens
- 05. Mai: Fristgerechte Einreichung eines Fragenkatalogs an den Vorstand im Vorfeld der Mitgliederversammlung (MV).
- 13. Mai (MV): Ein winziger Bruchteil der Fragen wird oberflächlich abgetan. Brisante Details – wie die Bestätigung über die Auszahlung eines Arbeitszeitkontos an die Ehefrau eines Vorstandsmitglieds – werden lediglich in einem Nebensatz eingeräumt. Die Fakten dazu? Verschwiegen. Nachfragen werden mit einem lapidaren „Wir haben keine Zeit“ abgewürgt. Die schriftliche Beantwortung wird offen verweigert. Ein auf der MV zugesagtes Gespräch im Vorstandskreis? Bis heute nie erfolgt. Das Kalkül: Gras über die Sache wachsen lassen.
- 21. Juli: Da der Vorstand mauerte, wird ein Rechtsanwalt eingeschaltet, um die Auskunftsrechte rechtlich durchzusetzen.
- 04. August: Die gesetzte Frist verstreicht. Die erste Reaktion des Anwalts der Gegenseite? Eine Fristverlängerung.
- Seit September: Nach monatelangem Zögern gibt es wieder direkten Austausch – allerdings nicht über Inhaltliches, sondern über die Bedingungen, unter denen der Vorstand überhaupt bereit ist zu antworten.
Verbarrikadiert hinter Maulkorb-Bedingungen
Statt sich sachlich mit den Fragen der Mitglieder auseinanderzusetzen, investiert der Vorstand enorm viel Energie in Taktieren und Abwehren. Das wirft eine zentrale Frage auf: Was hat dieser Vorstand eigentlich zu verbergen?
Anstatt Transparenz zu leben, werden die Regeln einfach zu den eigenen Gunsten angepasst. In der Gesamtkonferenz führte der Vorstand kurzerhand ein Limit von maximal 5 Fragen pro Mitglied ein.
Für einen Termin zur Beantwortung unseres Fragenkatalogs stellt der Vorstand nun Absurditäten als Bedingungen auf:
- Absolute Geheimhaltung (vertrauliches Gespäch)
- Keine Folge- oder Nachfragen
- Zeitfenster rigoros auf 60 Minuten begrenzt
- Keine weiteren Mitglieder oder Zeugen im Raum (ein Machtgefälle von 7 gegen 1)
- Das Recht, das Protokoll im Nachgang nach eigenen Wünschen anzupassen
- Keine Audio oder Videodokumentation, so steht später immer Aussage gegen Aussage
Zusätzlich verlangt der Vorstand nach 161 Tagen Bedenkzeit, dass die Fragen der MV noch einmal im Detail vorab eingereicht werden. So sieht also die Vorstellung des Vorstands von „offener Kommunikation“ aus.
Diesen Knebel-Forderungen stimmen wir nicht zu. Mitgliederrechte sind keine milden Gaben eines Vorstands. Sie sind ein verbrieftes Recht. Ein Vorstand ist der Gemeinschaft verpflichtet – er ist nicht der König des Vereins.
Wie es jetzt weitergeht
Ein Gespräch muss offen und ehrlich sein, um diesen Namen zu verdienen. Ob dies beim angesetzten Termin am Dienstag, den 13. Oktober (18:30–19:30 Uhr) gelingt? Wir bleiben skeptisch, aber gesprächsbereit. Das Ergebnis werden wir hier lückenlos und transparent veröffentlichen.
Als Eltern, deren Kinder täglich von Vorstandsmitgliedern unterrichtet werden, erfordert ein solcher Streit enorm viel Kraft. Nicht jeder kann monatelang dranbleiben oder Anwälte einschalten. Genau deshalb gibt es die Initiative inside-waldorf-vaihingen: Gemeinsam bündeln wir den langen Atem, der nötig ist, um die Rechte aller Mitglieder dauerhaft zu schützen.
Denn am Ende geht es um das Einzige, was zählt: Dieser Verein ist für die Kindergartenkinder und Schüler da. Ihnen den bestmöglichen Ort zum Aufwachsen zu bieten, muss unser aller oberstes Ziel sein.