
Geld für die Ehefrau des Vorstands: Transparenz oder Vetternwirtschaft?
In unserem Verein spielen sich hinter den Kulissen Dinge ab, die Fragen aufwerfen. Konkret geht es um eine hohe Geldsumme, die an eine Pädagogin ausgezahlt wurde – die zufällig auch die Ehefrau eines Vorstandsmitglieds ist.
Die Vorgeschichte: Forderungen ohne Nachweis
Die besagte Pädagogin forderte nachträglich die Auszahlung eines angeblichen Arbeitszeitkontos. Das Problem dabei: Für die angeblich erbrachte Leistung existiert keinerlei rechtlich saubere Arbeitszeiterfassung.
Zunächst wurde versucht, die geleisteten Stunden über sogenannte „SOLL-Deputatsstunden“ nachzuweisen. Dieser Versuch scheiterte jedoch krachend. Da es sich lediglich um theoretische Soll-Zeiten handelte, konnte sogar das Gegenteil nachgewiesen werden: Über mehrere Wochen hinweg wurden diese Sollstunden nachweislich gar nicht erbracht. Es gab die als Soll-Deputatsstunden geplanten Unterrichte aufgrund des verkürzten Unterrichts einfach nicht. Wie soll sich ein angebliches Arbeitszeitkonto füllen, wenn es gar keinen Unterricht gab?
In der angespannten finanziellen Lage unseres Vereins Geld für nachweislich nicht erbrachte Arbeitsleistung zu fordern, ist ein starkes Stück. Folgerichtig hat der alte Vorstand diese unbegründete Auszahlung damals strikt abgewiesen.
Die Wende: Der neue Vorstand
Mit dem Wechsel im Vorstand wendete sich das Blatt. Plötzlich wurden die zuvor abgelehnte Auszahlung prompt genehmigt. Trügt der Eindruck, dass hier familiäre Interessen bei der Abstimmung eine Rolle gespielt haben?
Wie hoch diese Auszahlung war und auf welcher nachprüfbaren, rechtlichen Grundlage sie plötzlich bewilligt wurde, weigert sich der neue Vorstand standhaft zu erklären.
Dabei war es doch genau dieser neue Vorstand, der Transparenz und offene Kommunikation zu seinen Kernwerten ausgerufen hat. Doch wenn es konkret wird, heißt es plötzlich: Mauern und Schweigen. Vereinsgelder an die eigene Ehefrau auszahlen und sich danach hinter dem Datenschutz verstecken? Ein solches Verhalten, bei dem Gelder an Familienangehörige fließen, kennt man sonst eher aus unschönen Schlagzeilen der AfD Landespolitik – und nun haben wir genau diese fragwürdigen Verhältnisse in unserem eigenen Verein.
Unser Fazit: Datenschutz darf kein Deckmantel sein!
Wenn es um Zahlungen an Familienangehörige von Vorstandsmitgliedern geht, darf der Datenschutz nicht als Schutzschild gegen Aufklärung missbraucht werden. Nur lückenlose und echte Transparenz kann hier den massiven Verdacht der Vetternwirtschaft entkräften.
Wir fordern den Vorstand auf: Legen Sie die Karten auf den Tisch! Auf welcher Basis wurde dieses Geld ausgezahlt? Die Mitglieder haben ein Recht auf die Wahrheit.